Hamburg, Dezember 2025.

 

Regulatorische Einordnung unterbleibt: Experte mahnt stärkere Compliance-Kultur im Finanzsektor an

 

Im Zusammenhang mit einem aktuellen Vorgang bei einem Finanzdienstleister weist Rechtsanwalt Dr. Matejko auf strukturelle Defizite in der regulatorischen Praxis hin. Nach seinen Angaben blieb in der vergangenen Woche eine regulatorische Einordnung einer Dienstleistung trotz konkreter Anhaltspunkte aus. Eine Meldung an die zuständige Aufsichtsbehörde BaFin sei zunächst nicht erfolgt. Der Vorgang werfe „grundsätzliche Fragen nach Verantwortungsbewusstsein, interner Kontrolle und regulatorischem Verständnis“ auf, so der Rechtsanwalt, der Unternehmen in den Bereichen Compliance, Integrität und Organisationskultur berät.

 

Nach Informationen von Herrn RA Dr. Matejko verfügte das betroffene Unternehmen über Unterlagen und Indikatoren, die eine Prüfung der aufsichtsrechtlichen Relevanz notwendig gemacht hätten. Trotz mehrfacher Hinweise sei jedoch über eine lange Zeit weder eine interne Fachprüfung eingeleitet noch eine verbindliche Einordnung vorgenommen worden. Die Verzögerung sei aus Sicht von Compliance-Experten problematisch, da Unternehmen im Finanzsektor in der Regel verpflichtet sind, potenziell regulierungsrelevante Vorgänge zeitnah zu bewerten und zu dokumentieren.

 

Da das Unternehmen nach Darstellung von Dr. Matejko zunächst und zu lange keine entsprechenden Schritte eingeleitet habe, erfolgte schließlich eine Information der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). In der Praxis sind diese Meldungen ein wesentlicher Bestandteil gelebter Verantwortungskultur“, so der Rechtsanwalt und ergänzt „Der Fall zeigt, dass es nicht nur auf formale Prozesse ankommt, sondern auf deren konsequente Anwendung.“

 

Die BaFin selbst nimmt zu Einzelfällen grundsätzlich keine Stellung.

 

Der Fall verdeutlicht nach Ansicht von Marktbeobachtern eine immer häufiger diskutierte Problematik: Unternehmen verfügen zwar über Compliance-Strukturen, wenden diese jedoch oft nicht in den praxisrelevanten Situationen an. Gerade in den Feldern digitaler Geschäftsmodelle, hybrider Produktformen und neuartige Kooperationsmodelle komme es zunehmend zu Unklarheiten bei der Einordnung. Die Verzögerung regulatorischer Bewertungen könne - so Experten - sowohl operationale Risiken als auch Reputationsrisiken erhöhen.

 

Rechtsanwalt Dr. MAtejko sieht die Branche gefordert, Prozesse und Zuständigkeiten nachzuschärfen:  schnellere Identifikation regulatorischer Fragestellungenverbindliche Eskalationswege; frühzeitige Einbindung von Aufsichtsrecht und Risikomanagement; verstärkte Dokumentations- und Nachvollziehbarkeitspflichten. „Regulierung ist nicht und soll nicht ein Hemmnis sein, sondern ein notwendiger Ordnungsrahmen, der für Alle gilt“, sagt der Rechtsanwalt. „Unternehmen, die hier proaktiv handeln, sichern nicht nur ihre eigene Stabilität, sondern stärken das Vertrauen in den gesamten Markt.“

 

Über:  Dr. Christian Matejko | Rechtsanwalt 

Dr. Matejko verblieb nach der universitären Ausbildung im akademischen Bereich und verfasste zwei Dissertationen. Er lehrte an Universitäten und den Fachhochschulen der Polizei in Hessen, leitete Referendar-AG's und ist Mitglied der D.I.S. Beruflich startete er als  Associate in einer mitttelgroßen Sozietät, wurde sodann auf Lebenszeit verbeamteter Staatsanwalt, war Syndikusanwalt und Leiter von Rechtsabteilungen. Heute ist er selbständig tätig und hegt ob seines Werdegangs u.a. ein großes Interesse an dem Schnittstellen von unternehmerischer Organisationskultur und Compliance. Er begleitete in der Vergangenheit Unternehmen dabei, Entscheidungsprozesse transparent zu gestalten und regulatorische Anforderungen umzusetzen.